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Die erste Adresse
für gutes Hören


Lesedauer: ca 10 Minuten


So hören wir

Gut hören zu können ist eine Lebensqualität. Selbstverständlich ist sie aber nicht. Werfen wir gemeinsam einen Blick auf ein paar Fakten und die meisterhafte Architektur des Ohres.

Unsere Ohren: leistungsfähig und komplex

Das Ohr ist eines unserer wichtigsten Sinnesorgane: Es versorgt unser Gehirn mit Informationen aus der Umwelt, warnt uns vor Gefahren, gibt uns Orientierung und ermöglicht soziale Kommunikation. Von allen Sinnesorganen ist das Ohr das erste, dass beim menschlichen Embryo ausgebildet wird. Und von da an ist es 24 Stunden am Tag für uns im Einsatz. Es mag von außen betrachtet gar nicht so wirken, aber das Ohr ist ein hochkompliziertes Sinnesorgan. Es ist empfindlicher, genauer und auch leistungsfähiger als unser Auge. Mit unserem Gehörsinn können wir bis zu 340.000 Töne unterscheiden und die Richtung bestimmen, aus der sie kommen.

Ein empfindliches Organ

Unser Ohr ist gleichzeitig sehr sensibel und kann in jedem seiner Bereiche geschädigt sein oder geschädigt werden. Bereits mittlere bis hohe Lautstärken können bei Dauereinwirkung Hörschäden hervorrufen. Dass unsere Ohren einwandfrei funktionieren, ist nicht selbstverständlich. Insgesamt leben in Deutschland nach Angaben des Deutschen Gehörlosen-Bundes etwa 80.000 Gehörlose. Schätzungsweise 14 - 16 Millionen Menschen sind schwerhörig, und etwa drei Millionen Menschen leiden unter ständigen Ohrgeräuschen, dem Tinnitus.

Warum wir schlechter hören

Das Ohr wird in drei Bereiche eingeteilt: Das äußere Ohr, das Mittel- und das Innenohr. Eine Hörminderung kann die Folge einer Schädigung von einem der drei Bereiche sein.

Ursachen im äußeren Ohr

Ohrschmalzpfropfen und Entzündungen des Gehörganges gehören zu den typischen Problemen des äußeren Ohrs. Diese können in der Regel sehr leicht behoben werden. Schnelles Handeln ist wichtig, um eine Schädigung des Gehörs zu vermeiden.

Ursachen im Mittelohr

Entzündungen, ein Loch im Trommelfell und Otosklerose – eine Verkalkung, welche die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen beeinträchtigt – beeinflussen die Mittelohrfunktion am häufigsten. Die meisten Störungen im äußeren und mittleren Ohr können medikamentös oder operativ behoben werden. Ist dies nicht möglich, kann eine bleibende Hörminderung in den meisten Fällen erfolgreich durch ein Hörsystem ausgeglichen werden.

Ursachen im Innenohr

Die Mehrzahl der Hörminderungen betreffen das Innenohr. Der natürliche Alterungsprozess ist die häufigste Ursache. Aber auch starke Lärmeinwirkungen, die Einnahme von Medikamenten, die sich schädlich auf das Ohr auswirken, sowie Schädelverletzungen können das Hörvermögen beeinträchtigen. Durch derartige Einflüsse werden die feinen Haarsinneszellen beschädigt und dadurch die Weiterleitung der Signale an die Hörnerven beeinträchtigt. In der Regel können Innenohrschwerhörigkeiten nicht medikamentös oder operativ behandelt werden. Hörminderungen dieser Art können jedoch meist durch Hörsysteme korrigiert werden.

Das menschliche Ohr

Arten der Hörminderung

Es gibt verschiedene Schweregrade der Schwerhörigkeit:

© Phonak

Leichte Hörminderung

Leise Geräusche werden nicht gehört. In geräuschvoller Umgebung bereitet es Mühe, Sprache zu verstehen.

Mittlere Hörminderung

Leise und mittellaute Töne werden nicht gehört. Es bereitet erhebliche Schwierigkeiten, Sprache speziell bei Hintergrundgeräuschen zu verstehen.

Mittelschwere / starke Hörminderung

Gespräche müssen laut geführt werden. Gespräche in Gruppen sind nur noch mit viel Mühe möglich.

Hochgradige Hörminderung

Einige sehr laute Geräusche werden gehört. Kommunikation ohne Hörgeräte ist nicht mehr möglich. Die Grafik auf der rechten Seite verdeutlicht die Bandbreite unseres Hörvermögens – vom knirschenden Schnee und raschelndem Laub bis zum Dröhnen von Flugzeugtriebwerken – und die verschiedenen Stadien der Schwerhörigkeit.

Die blaue „Sprachbanane“ markiert den Bereich unseres Sprachverstehens. Ein Hörgerät verstärkt besonders diesen Hörbereich.

Der Weg zum Hörgerät

Schwerhörigkeit ist ebensowenig ein Manko wie Kurzsichtigkeit oder eine Fehlstellung der Zähne. Abhilfe kann hier ganz leicht geschaffen werden.

Ich bin doch nicht schwerhörig ... oder?

Oft bemerken Menschen aus dem Umfeld einen Verlust der Hörqualität eher als die betroffene Person. Sie müssen lauter reden, um verstanden zu werden. Sie bemerken, dass jemand in komplexen Hörsituationen, wie z. B. einer Feier, nicht mehr mitredet. Oder sie sind mit dem Vorwurf konfrontiert, sie würden „nuscheln“. Die bewusste Eigenwahrnehmung einer Schwerhörigkeit kann bis zu zehn Jahre dauern. Zum Einen, weil es sich mit einer schleichenden Verschlechterung des Hörvermögens noch eine Weile gut leben lässt. Zum Anderen, weil Schwerhörigkeit immer noch als Handicap angesehen wird. Weniger vom Umfeld, als von den Betroffenen selbst. Und das völlig zu Unrecht.

Klarheit schaffen

Rasch und unkompliziert kann ein HNO-Arzt oder ein Hörgeräteakustiker durch einen ausführlichen Hörtest feststellen, ob und in welchem Maße eine Hörminderung vorliegt. Es lohnt sich, solch einen Hörtest frühzeitig und dann einmal jährlich durchführen zu lassen. Manchmal hat sich lediglich Ohrenschmalz im Gehörgang festgesetzt und muss fachmännisch entfernt werden. Liegt tatsächlich eine Schwerhörigkeit vor, kann der HNO-Arzt abklären, ob die Ursache krankheitsbedingt ist. Und nicht zuletzt ermöglicht eine rasche Diagnose eine schnelle Rückkehr zu uneingeschränkter Hör- und Lebensqualität.

Diagnose: Schwerhörigkeit

Sollte sich herausstellen, dass ein Hörgerät sinnvoll ist, wird der HNO-Arzt eine Verordnung für eine Hörgeräteversorgung ausstellen. Damit ist gewährleistet, dass die Krankenkasse einen Teil oder die gesamten Kosten übernimmt. Der nächste Schritt ist nun die Auswahl eines geeigneten Hörsystems.

Das Hörsystem: der kleine Freund im Ohr

Der Ablauf einer Hörgeräteversorgung dauert in der Regel vier bis sechs Wochen, in denen mehrere Hörgeräte miteinander verglichen werden. So lange, bis ein optimales Ergebnis erreicht ist und der Patient sich mit „seinem“ Hörgerät rundum wohlfühlt. Es sollte stets großer Wert darauf gelegt werden, Menschen mit Hörproblemen optimal zu beraten und aus dem großen Sortiment genau das richtige Hörgerät für den speziellen Befund und die individuellen Wünsche des Trägers zu finden: Die Technik spielt dabei ebenso eine Rolle, wie die kosmetischen Merkmale. Viele Hörsysteme sind inzwischen so klein, dass nicht nur die Umgebung sie meist gar nicht mehr wahrnimmt, sondern auch der Hörgeräteträger selbst. Nach der ausführlichen Probezeit wird der HNO-Arzt die Hörgeräteversorgung im Auftrag der Krankenkasse überprüfen. Erst dann kommt es zur Abrechnung der gesamten Versorgung. Nach dem Kauf überprüfen die Hörgeräteakustiker alle drei bis sechs Monate das Hörsystem und der HNO-Arzt die Ohren, damit die Hörfreude und der Hörgenuss nie wieder getrübt sind. Sollte einmal das Hörsystem defekt sein, so steht selbstverständlich während der Reparaturzeit ein kostenloses Leihgerät zur Verfügung.

Ein oder zwei Hörgeräte?

Nicht immer sind beide Ohren gleichermaßen von einer Hörminderung betroffen. Ihr HNO-Arzt wird Ihnen dazu eine Empfehlung geben.

Besser hören – aber wie?

Der Befund kommt meist nicht unerwartet: Ein fachkundig durchgeführter Hörtest offenbart, dass eine Hörhilfe angebracht ist. Aber geht es nicht noch ein Weilchen ohne? Und reicht die Unterstützung durch ein einzelnes Hörgerät nicht schon aus? Bei diesen ersten Fragen spielen sowohl kosmetische, als auch finanzielle Gesichtspunkte eine Rolle. Doch Eines sollte bei der anstehenden Entscheidung vorrangig eine Rolle spielen: die Lebensqualität.

Hörkomfort der Moderne

Hörgeräte sind heutzutage so klein, dass eine Versorgung beider Ohren gar kein Problem mehr darstellt. Eine Möglichkeit von unschätzbarem Mehrwert. Denn wer bei einer beidseitigen Hörschwäche nur ein Hörgerät trägt, muss sich seinem Gesprächspartner immer mit der Seite zuwenden, die mit einem Hörgerät versorgt ist. Und das mit nur beschränktem Erfolg, denn am räumlichen Hören sind beide Ohren gleichermaßen beteiligt. In schwierigeren Hörsituationen mit Nebengeräuschen ist räumliches Hören unverzichtbar. Nur durch eine beidseitige Hörgeräteversorgung kann der Betroffene dann eine anregende Diskussion im Familienkreis verfolgen oder auf der Straße orten, woher die Geräusche kommen, die auf mögliche Gefahren hinweisen. Darüber hinaus verbessern zwei Hörsysteme die Hörbalance. Sie stellen den natürlichen Stereo-Effekt wieder her. Modern hören heißt, das Hörvermögen in vollem Umfang genießen zu können – komfortabel, nahezu unsichtbar und entspannt mit beiden Ohren.

Grünes Licht von den Krankenkassen

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse bei der Anschaffung von Hörgeräten? Und wie finde ich das für mich richtige Hörgerät? Das verraten wir Ihnen hier ... und beginnen mit einer guten Nachricht!

Erhöhter Festbetrag

Schon seit dem 1. November 2013 gelten bei den gesetzlichen Krankenkassen neue Festbeträge für die Kostenübernahme von Hörgeräten. Festgesetzt wurde ein Betrag von 784,94 Euro inklusive Mehrwertsteuer und 10 Euro Eigenanteil* für den Versicherten je Ohr. Außerdem wurde von den Krankenkassen ein Ausstattungsstandard festgelegt: Erstattungsfähige Hörgeräte müssen Digitaltechnik nutzen, u. a. mindestens vier Kanäle und drei Hörprogramme anbieten.

Die beste Wahl

Wer darüber hinaus ein Gerät mit besonderer Ausstattung wählt, weil er zum Beispiel einen bevorzugten Tragekomfort, Designmerkmale oder ein Plus an technischen Möglichkeiten wünscht, muss die Mehrkosten selbst tragen. Hier lohnt es sich, sehr genau auf die eigenen Präferenzen und Lebensumstände zu achten. Denn die Gerätevielfalt ist in der Tat enorm. Das Angebot lässt sich aber sehr schnell mit fachmännischer Hilfe auf eine überschaubare Anzahl reduzieren. Bedenken Sie, dass auch aufzahlungsfreie Hörgeräte Ihnen bereits ein hohes Maß an neuer Lebensqualität bieten. Wichtig für Sie ist in jedem Fall, dass Sie nach der Verordnung von Hörhilfen durch den HNO-Arzt mehrere Gerätetypen kostenlos probetragen können. Denn an erster Stelle steht immer Ihr Wohlbefinden.

*Gesetzlicher Zuzahlungsbetrag für GKV-Versicherte in Höhe von 10 € pro Hörhilfe gemäß GMG (§§ 33 II, 61, 62 SGB V).